Langsam gehen, wenn Sie es eilig haben
Hallo,
immer wieder erzählen mir Menschen, dass sie sich eigentlich mehr Ruhe wünschen, im Alltag jedoch wie automatisch schneller werden. Je voller der Tag, desto höher das Tempo. Genau dort beginnt Stress – und genau dort lässt sich Resilienz üben.
Eine kleine, wirkungsvolle Praxis lautet: Gehen Sie langsamer, wenn Sie es eilig haben.
Das klingt widersprüchlich. Doch in dem Moment, in dem Sie Ihr Tempo bewusst senken, passiert etwas Einfaches und Wichtiges: Ihr Nervensystem bekommt ein Signal von Sicherheit. Die Atmung vertieft sich. Der Körper erinnert sich daran, dass er nicht flüchten muss. Und der Geist wird klarer.


Sie brauchen dafür keine zusätzliche Zeit. Wählen Sie einen Übergang, der ohnehin stattfindet: den Weg zur Haustür, den Gang zum Drucker, die Schritte in den nächsten Raum. Gehen Sie etwas langsamer als gewohnt, spüren Sie einen Atemzug mehr, nehmen Sie die Füße bewusst wahr. Meist löst sich dabei eine Spannung, die zuvor fast unsichtbar war.
Diese kleine Unterbrechung schafft Raum. Raum, um sich zu sammeln. Raum, um Entscheidungen nicht aus Druck, sondern aus Präsenz zu treffen. Resilienz entsteht genau in solchen Momenten: wenn Sie sich erlauben, kurz bei sich anzukommen, bevor Sie weitergehen.
Vielleicht probieren Sie es heute einmal aus. Es ist eine einfache Einladung an Sie selbst – und oft der erste Schritt zu mehr innerer Widerstandskraft.
Herzliche Grüße
Nihal Bal
